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Der Bauplatz – die andere Sicht und Weise

von Mag. Wolfgang Strasser

Wer ein Haus bauen oder einen Altbau sanieren oder umbauen möchte, muss sich zuerst mit dem Bauplatz beschäftigen. Darin sind sich alle Experten und Ratgeber einig. Neben den persönlichen Präferenzen und dem Preis gilt es eine Reihe an Standortfaktoren zu berücksichtigen. Der Artikel beschäftigt sich mit den geobiologischen Faktoren, die meist weniger oder keine Berücksichtigung in den Ratgebern finden. Sie sind aber eine wesentliche Basis für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität. Soll die Bauplatzwahl doch eine Entscheidung für‘s Leben sein.

 

In frühere Zeiten hat man sich bei der Standortwahl viel Zeit gelassen. Man hat den Ort auf sich wirken lassen, in seinen Tages-, Jahres- und Hochzeiten. Oft hat man das Vieh dort weiden lassen, um den perfekten gesunden Platz für die Schlafplätze zu finden. Zugegeben, man hatte noch eine viel freiere Auswahl für kraftvolle und gesunde Orte. Heute ist vieles beengter und vielerlei Einflüsse wirken auf das Grundstück. Doch der Baugrund ist die Basis für Gesundheit, Wohlbefinden und Lebensqualität. Daher ist besonders heute Achtsamkeit geboten, umweltbedingte Belastungen zu vermeiden. 

Foto von Kinga Cichewicz auf Unsplash

Die Bauplatzuntersuchung stellt einen wichtigen Teil des Neubaus, des Umbaus oder der Sanierung dar und ist der wesentliche erste Schritt für ein ganzheitlich gesundes Wohnen. Künstliche und natürliche Umwelteinflüsse werden untersucht und mit den Empfehlungen der Baubiologie und der Umweltmedizin verglichen. So können diese bei der weiteren Planung berücksichtigt werden.

 

Geobiologische Phänomene

 

Als geobiologisch werden standortbedingte Einflüsse auf Mensch, Tier und Pflanze bezeichnet. Wasseradern, Verwerfungen und Radon sind bekannte Beispiele dafür. Die geobiologische Untersuchung des Grundstücks ist daher eine wichtige Grundlage für die Planung des Hauses. Die Untersuchung kann radiästhetisch oder technisch erfolgen.

 

(1) Radon

Radon wird von der WHO als zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs eingestuft, gleich nach dem Rauchen.  Soweit die schlechte Nachricht. Die gute ist, man kann die radioaktive Belastung messen und etwas dagegen tun. Dazu wird eine Radonmessung vor dem Baubeginn dringend empfohlen. Nähere Informationen erhält man durch eine baubiologische Beratung oder auf den Webseiten von Bund und Ländern.

 

Anwendung 1: Natürliche Vorkommen

Viele in der Natur vorkommende Stoffe sind für den menschlichen Organismus zunächst nicht belastend, wie z.B. Radon im Freien oder Terpene im Wald. Oder sogar förderlich bei kontrollierter Anwendung, wie z.B. Radonbäder. Gleiches kann aber im baulichen Umfeld, bei zu hoher Konzentration oder zu langer Exposition zur Belastung für den Menschen werden.

 

(2) Wasseradern

Wasseradern wirken belastend auf die Regeneration des Menschen während des Schlafes und haben daher unter dem Bett nichts zu suchen. Es sollen generell keine Daueraufenthaltsplätze, wie Arbeits- und Schlafplätze, darauf platziert werden.

 

Der Verlauf von Wasseradern kann sich verändern. Insbesondere bei Erdbeben, Sprengungen, Hochwasser oder Trockenperioden kann es zu Veränderungen kommen. Es wird empfohlen, die Untersuchung nach solchen Ereignissen oder bei Anzeichen von Schlafstörungen zu wiederholen.

 

Anwendung 2: Atmospheric Design

Ein konkreter Tipp für alle Leser: Wasseradern sind generell Informationsträger. Mit der Installation von Objekten, die eine besonders positive Bedeutung für die Bewohner haben, kann die Wirkung der Wasseradern im gewünschten Sinn beeinflusst werden. Die Installation erfolgt mittig auf den Wasseradern am Beginn des Eintritts in das Haus und reicht ca. 20 m.

 

(3) Verwerfungen

Eine Verwerfung ist eine tektonische Bruchstelle im Gestein, die zwei Gesteinsbereiche gegeneinander versetzt. Sie wirken deutlich belastender als andere geobiologischen Einflüsse auf den Menschen. Entlang der Breite einer Verwerfungszone sollte kein Bett und kein Schreibtisch positioniert werden. 

 

Anwendung 3: Kreative Zonen

Auf geologischen Verwerfungen zu schlafen, wird dringend abgeraten. Sie sind zu stark und ihre Wirkung nahezu unveränderbar. Auf der anderen Seite bieten diese Zonen die besten Kreativplätze! Hier können kreative Fertigkeiten am Besten erlernt und unterstützt werden. Wenn eine Verwerfungszone bei Ihnen festgestellt wird, sagen sie danke für das Geschenk und planen sie Plätze im Haus oder im Garten mit ein.

 

(4) Gitternetze

Gitternetze sind Systeme von energetisch wirksamen Reizstreifen. Die Kreuzungspunkte der Gitterlinien weisen eine erhöhte energieaufbauende oder -abziehende Wirkung auf. Beides brauchen wir nicht im Bett. Sie sollen daher unbedingt in jeder Planung berücksichtig werden. Ansonsten können wir diese Punkte wie im folgenden Absatz beschrieben gut nutzen.  

 

Anwendung 4: Ein- und Ausatmung

Es gibt noch weitere Phänomene in der Natur, die belastend oder gut nutzbar sein können, je nach Berücksichtigung in der Planung. Einige haben eine aufbauende Wirkung und sind anregend und stärkend, wenn wir uns (kurz) draufstellen. Das ist gerade morgens förderlich, wenn wir in den Tag gehen. Andere haben eine abziehende Wirkung und sind beruhigend oder auch ausleitend, was abends sehr vorteilhaft ist.

 

(5) Schadstoffe am Grundstück

Schadstoffe am Grundstück sind nicht die Regel. Dennoch ist es wichtig, danach zu fragen. Und eventuell eine Bodenprüfung durchführen zu lassen. Es ist wichtig zu wissen, worauf wir unsere Betten stellen. Ein Geologe ist auch für aufgeschüttete Grundstücke wichtig, da sich die Fundamentierung dadurch verändert.

 

(6) Topografie und Schlafrichtung

Die Topografie des Grundstücks hat einen Einfluss auf die Planung der Schlafrichtung. Planen Sie die Schlafrichtung so, dass der Kopf bergauf und die Füße bergab zu liegen kommen. Jede Kultur hat ihre eigene Tradition für die beste Schlafrichtung. Sie können das gerne berücksichtigen, behalten Sie aber immer die Hang­neigung im Auge.

 

Elektrobiologische Themen

 

Elektrosmog ist kein geobiologisches Thema. Dennoch sei auch in diesem Blog auf elektrobiologische Aspekte bei der Grundstücksuntersuchung hingewiesen. Licht und Lärm ergänzen den Themenbereich.

 

(7) Elektrosmog riecht nicht

 In Grundstücksnähe soll keine Hochspannungsleitung vorbei oder darüber führen. Das ist leider nicht immer der Fall. Die baubiologische Messtechnik setzt bei den Abstandsempfehlungen strenge Kriterien an, damit künftige Schlafplätze nicht belastet werden. Eine messtechnische Überprüfung und elektrobiologische Beratung werden vor der Planung jedenfalls empfohlen.

 

(8) Handy- und Funkmasten

Elektromagnetische Belastungen von außen, wie von einem Handymast oder vom Nachbar, sind oft nicht vermeidbar. Aber sie lassen sich bei der Planung berücksichtigen. Dafür werden eine messtechnische Überprüfung und elektrobiologische Beratung empfohlen. Hochfrequente elektromagnetische Wechselfelder lassen sich mit Abschirmgitter, -farben oder -textilien abschirmen, wenn man es gut plant.

 

(9)  Licht und Lärm

Gegen Straßenbeleuchtung oder Verkehrslärm ist kein Kraut gewachsen. Wenn Licht- und Lärmmessungen zu erhöhten Werten führen und Sie keinen Einfluss auf die Licht- und Lärmquellen haben, hilft nur einen anderen Platz zum Leben auszuwählen. Zum Schlafen braucht es Ruhe – optisch und akustisch!

 

(10) Und zum Schluss: Feiern Sie das Projekt

Ein neuer Ort zum Wohnen bewirkt starke Veränderungen im Leben. Diese können ganz bewusst zelebriert werden. Baurituale - von der ersten Begegnung mit dem Ort bis zu Einzug in die neue Wohnung - sind dazu eine gute Möglichkeit. Sie verbinden uns mit dem Ort, den Menschen und dem Geschehen – und machen Spaß!

 

RAUMIPULSE

Mag. Wolfgang Strasser

A-4040 Linz, Leonfeldner Straße 94d

+43 (0)664 / 4053748